Abschnitt: Organisation und Kooperation der Kita → Fundraising
 

So erreichen Sie Privatpersonen für das Fundraising Ihrer Kita!

fotolia_139673588_m_ernest.jpg
© ERNEST / Fotolia

Die wichtigste Gruppe der Geber sind Privatpersonen. Von ihnen kommen im Vergleich die meisten Mittel. Schätzungen gehen davon aus, dass Privatpersonen in Deutschland etwa acht Milliarden Euro im Jahr geben (Urselmann/Loos, 2015). Aus diesem Grund beginnen wir mit dieser Gruppe. Es handelt sich hier um Menschen, die Sie persönlich gewinnen wollen. Beschreiben Sie daher ein möglichst konkretes Projekt, das Sie Ihrem Gegenüber in wenigen einfachen Worten erklären können – auch was die Summe angeht, die Sie benötigen. Erfolgreiches Fundraising braucht immer ein konkretes Projekt. Wenn wir für eine Kita fundraisen, dann gilt dies ganz besonders. In Deutschland sind wir es gewöhnt, dass der Staat die Ausbildung und Betreuung der nachfolgenden Generationen bezahlt. Wer also erfolgreich Mittel für eine Kita, Schule oder Universität sammeln möchte, der erklärt am besten ganz genau, für welches zusätzliche Projekt diese gebraucht werden. Ebenso wichtig wie das konkrete Projekt ist die konkrete Zielgruppe. Wen möchten Sie ansprechen? Wer könnten die Personen sein, von denen Sie Unterstützung erhalten möchten? Was wären deren Motive?

Die Expertin/der Experte für Ihre Einrichtung sind Sie selber. Fangen Sie einfach an und beschreiben drei konkrete Projekte, die Sie Menschen anbieten können. Drei Projekte unterschiedlicher Größe. Wenn Sie sich über Ihre Projekte im Klaren sind, dann finden Sie heraus, wer Ihre Zielgruppe ist. Diese Gruppe kann man über Gespräche mit Eltern, Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern und Dienstleistern (Bank, Reinigungsfirma, Essenslieferant, Handwerker etc.) der Kita eingrenzen. Fragen Sie dabei auch, wer sonst noch Zielgruppe sein könnte (Bioladen, Kino, Theater, Nachbarn, Druckerei, Handwerksbetrieb, Schreibwarengeschäft etc.). Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Ehemaligen weiter an Ihre Einrichtung binden können, analog zu Alumnivereinen an Schulen und Universitäten. (Die ehemaligen Kita-Kinder können ein Schulpraktikum bei Ihnen machen oder bei Ihnen einen Babysitter-Job finden.) Verstehen Sie Ihre Gesprächspartner als Berater. Sie müssen nicht jeden Rat annehmen, aber jeder Hinweis und Kontakt kann Ihre Zielgruppe erweitern. Es gibt nichts Traurigeres als einen wunderbar gestalteten Flyer mit tollen Projekten, den eine Organisation seit Monaten im Lager hat, weil nicht daran gedacht wurde, an wen dieser Flyer eigentlich verteilt werden soll.

Haben Sie alle Fakten über die Projekte und die Zielgruppe zusammengetragen, dann sind Sie fertig mit Ihrer Machbarkeitsstudie. Sie kennen die Projekte und Ihre Zielgruppe. Nun erstellen Sie einen Zeit- und Maßnahmenplan für das weitere Vorgehen. Auch wenn es sehr hilfreich ist, einen Plan zu haben, ist es nicht notwendig, diesen in jedem Fall zu erfüllen. Bleiben Sie offen für Möglichkeiten, die Ihnen im Laufe der Zeit begegnen. Wenn Sie einen Maler nach Farbe fragen und der keine Farbe hat, Ihnen aber anbietet, die Kita zu streichen, wenn Sie die Farbe besorgen, dann stellen Sie sich darauf ein und bedanken sich.

Der Anfang

  • Projekte beschreiben.

  • Zielgruppe definieren.

  • Plan erstellen.

Bitte haben Sie auch immer im Hinterkopf, dass eine Organisation bei der Gewinnung von neuen Unterstützern auf 100 Bitten 99 Mal ein Nein als Antwort erhält. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie zunächst keine Zusagen erhalten. Bleiben Sie bei Ihrem Vorhaben. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen gerne helfen. Helfen ist eines der wichtigsten Motive für das Spenden. Verstehen Sie die ersten Versuche, für Ihre Kita Mittel zu generieren, als Übung für sich selber. Wie formuliere ich einen Brief? Wie kann ich ein Telefonat führen? Was funktioniert online? Wie kann ich Ehrenamtliche in das Fundraising einbinden?

Tipp

Wenn Sie unsicher sind, wie Sie vorgehen können, dann besuchen Sie eine Einführungsveranstaltung in »Strategisches Fundraising«. Hier können Sie auch mit kleinem Budget die ersten Schritte lernen. Wenn es in Ihrer Einrichtung jemanden gibt, der sich besonders für das Thema Geld interessiert, dann übertragen Sie dieser Person die Verantwortung für das Fundraising. Fundraising kann man lernen, aber man muss es vor allem wollen.

Entsprechende Kurse finden Sie hier:

www.fundraisingverband.de

www.vfsf.org

www.ehrenamt.de

Um Mittel bei Privatpersonen zu generieren, gibt es unterschiedliche Wege. Welche Fundraising-Maßnahmen für Sie geeignet sind, entscheiden allein Sie. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Möglichkeiten vor.

Literatur

Urselmann, M./Loos, C. (2015): Weiter auf Rekordkurs. Neueste Einkommensteuerstatistik weist erneut Wachstum bei steuerlich geltend gemachten Spenden aus. In: Stiftung & Sponsoring, Ausgabe 5/2015, S. 36–37.

Ergänzende Arbeitshilfen

Checkliste: Ihre Fundraising-Strategie

Für eine wirkungsvolle Sponsoring- und Fundraisingstrategie ist es wichtig, dass Sie sich in die Perspektive eines potenziellen Unterstützers versetzen können. Nutzen Sie hierzu die Punkte der Checkliste. Dokument herunterladen

Nach oben

Anmelden