Abschnitt: Netzwerke und Übergänge → Frühe Hilfen für Familien
 

Frühe Hilfen – Das sind die Rechtsgrundlagen, die Sie kennen müssen

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Mit Inkrafttreten des Bundeskinderschutzgesetzes zum 1.1.2012 wurde eine Rechtsgrundlage für die Frühen Hilfen geschaffen. Das ist das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG). Hier werden die Frühen Hilfen als »die Vorhaltung eines möglichst frühzeitigen, koordinierten und multiprofessionellen Angebots im Hinblick auf die Entwicklung von Kindern vor allem in den ersten Lebensjahren für Mütter und Väter sowie schwangere Frauen und werdende Väter« (§ 1 Abs. 4 KKG) definiert. Diese dienen dazu Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsrechts und ihrer Erziehungsverantwortung durch Information, Beratung und Hilfe zu unterstützen.

Weiter regelt das KKG in § 2, dass Eltern sowie werdende Mütter und Väter über Leistungsangebote im örtlichen Einzugsbereich zur Beratung und Hilfe in Fragen der Schwangerschaft, Geburt und der Entwicklung des Kindes in den ersten Lebensjahren informiert werden sollen. Dies kann auf schriftlichem Wege geschehen. Den Eltern kann aber auch durch entsprechend befugte Stellen ein persönliches Gespräch angeboten werden. Auf Wunsch kann dieses Gespräch auch in der Wohnung der Eltern stattfinden. In vielen Kommunen erfolgt inzwischen eine solche Information der (werdenden) Eltern mittels einer Broschüre, oftmals verbunden mit einem offiziellen Gratulationsschreiben oder durch sogenannte Willkommensbesuche, die allen Eltern von Neugeborenen angeboten werden.

In § 3 KKG werden die Rahmenbedingungen für verbindliche Netzwerkstrukturen geregelt. Danach sollen in allen Kommunen verbindliche Strukturen zur Zusammenarbeit der Leistungsträger und Institutionen im Kinderschutz bzw. in den Frühen Hilfen mit dem Ziel aufgebaut und weiterentwickelt werden, »sich gegenseitig über das jeweilige Angebots- und Aufgabenspektrum zu informieren, strukturelle Fragen der Angebotsgestaltung und -entwicklung zu klären sowie Verfahren im Kinderschutz aufeinander abzustimmen« (§ 3 Abs. 1 KKG).

Die Bundesregierung fördert den Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen und der Netzwerke durch die Bereitstellung von entsprechenden Mitteln. Dies erfolgte zunächst über die Bundesinitiative Frühe Hilfen. Ab 2018 wird die Finanzierung über die Bundesstiftung Frühe Hilfen fortgeführt. Hierüber soll eine nachhaltige Sicherung der aufgebauten Strukturen gewährleistet werden. Zur Weiterleitung der Mittel und Abstimmung des Einsatzes derselben schloss die Bundesregierung mit den Ländern eine Verwaltungsvereinbarung. Die Länder wiederum trafen für ihren Zuständigkeitsbereich Regelungen mit den Kommunen hierzu.

Die Bundesinitiative umfasst drei Förderbereiche. Diese sind:

  • der Auf- und Ausbau sowie die Weiterentwicklung der Netzwerke Frühe Hilfen

  • der Einsatz von Familienhebammen und vergleichbaren Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich (insbesondere Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen – FGKiKPs)

  • Ehrenamtsstrukturen sowie in diese Strukturen eingebundene Ehrenamtliche im Kontext der Frühen Hilfen

§

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH)

Bereits 2007 wurde das NZFH im Rahmen des Aktionsprogramms »Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme« mit dem Ziel eingerichtet, den präventiven Kinderschutz zu stärken und die Fachpraxis beim Auf- und Ausbau der Frühen Hilfen zu unterstützen. Träger des NZFH ist die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Der Sitz ist in der BZgA in Köln.

Aufgaben des NZFH sind gemäß Selbstdarstellung:1

  • Wissensplattform: Forschung initiieren und Ergebnisse für die Praxis nutzbar machen

  • Transfer: Gute Praxis unterstützen, weiterentwickeln und übertragen

  • Qualifizierung: Kompetenzen stärken und interdisziplinäres Lernen ermöglichen

  • Kommunikation: Öffentlichkeit herstellen und für Frühe Hilfen werben

  • Kooperation: Kompetenzen verschiedener Bereiche nutzen

  • Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen

  • Bundesinitiative Frühe Hilfen: wissenschaftliche Begleitung, Koordination und Evaluation

Ergänzende Arbeitshilfen

Merkblatt: Netzwerkarbeit Frühe Hilfen

Hier erfahren Sie, was die Netzwerkarbeit im Bereich der Frühen Hilfen ausmacht. Welche Qualitätsmerkmale gibt es? Welchen Nutzen hat sie? Und wie kann das Netzwerken möglichst wirksam gestaltet und umgesetzt werden, damit die Familien und Eltern optimal beim Umgang mit den Kleinkindern unterstützt werden können und auch die Anlaufstellen kennen. Dokument herunterladen


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