Abschnitt: Grundlagen des Bildungs- und Erziehungsauftrags → Kinderrechte
 

Die Konzeption der Kita an den Rechten der Kinder orientieren

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Gemäß § 45 Absatz 3 Nr. 1 SGB VIII muss der Träger einer Kindertageseinrichtung für die Erlangung der Betriebserlaubnis eine Konzeption vorlegen. Üblicherweise sind darin der pädagogische Ansatz, die Angebote für die Kinder und wichtige Aspekte der Zusammenarbeit mit den Eltern schriftlich niedergelegt. Zur guten Qualität einer Einrichtung gehört es, die Konzeption in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen bzw. weiterzuentwickeln.

In den vergangenen Jahren hat in den meisten Kindertageseinrichtungen die soziale, kulturelle, sprachliche und religiöse Vielfalt der betreuten Kinder und ihrer Familien zugenommen. Gründe hierfür sind die wachsende berufliche Mobilität vieler Eltern sowie globale Wanderungs- und Fluchtbewegungen. In vielen Einrichtungen kommen die Familien inzwischen aus unterschiedlichen Weltgegenden. Ihre sozialen Erfahrungen und die damit verbundenen Werte unterscheiden sich deutlich voneinander. Diese neue Vielfalt ist mit zahlreichen Chancen, aber auch mit einer Zunahme von Konflikten verbunden.

Wo Vielfalt wächst, steigt der Bedarf nach klaren und für alle verbindlichen Regeln. Kulturell überlieferte oder religiös begründete Überzeugungen können in einer zunehmend multikulturellen und multireligiösen Gesellschaft keine fraglose Gültigkeit mehr beanspruchen. Während die Verbindlichkeit überlieferter Werte immer weiter abnimmt, steigt zugleich das Bedürfnis nach einem für alle gültigen Werte-Kanon.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, die Konzeption an den weltweit geltenden Kinderrechten zu orientieren und den Kinderrechtsansatz in der Kita zu etablieren. Auf diese Weise wird zugleich die in § 22 Absatz 3 Satz 2 SGB VIII enthaltene Vorgabe erfüllt, der zufolge die »Vermittlung orientierender Werte und Regeln« zum Förderungsauftrag jeder Kita gehört.

Der Bezug auf die Kinderrechte sollte explizit in der Konzeption der Einrichtung verankert sein. Eine entsprechende Formulierung könnte beispielsweise wie folgt lauten: Die Konzeption orientiert sich am Vorrang des Kindeswohls und an den in der UN-Kinderrechtskonvention niedergelegten Schutzrechten, Förderrechten und Beteiligungsrechten der Kinder. Weiterhin sollten die Rechte der Kinder in der Konzeption in Bezug auf die verschiedenen Aspekte der Alltagsgestaltung näher ausgeführt werden. Im folgenden Abschnitt werden dafür einige Beispiele genannt (ausführlich Maywald, 2016).

Literatur

Maywald, J. (2016): Kinderrechte in der Kita. Kinder schützen, fördern, beteiligen. Freiburg: Herder Verlag.

Ergänzende Arbeitshilfen

Konzeptionsentwicklung: Reflexionsfragen zum Bild vom Kind

Im Rahmen der Konzeptionsentwicklung, aber auch im pädagogischen Alltag, ist es wichtig, sich mit dem eigenen Bild vom Kind stetig auseinanderzusetzen. Die Reflexionsfragen dieser Arbeitshilfe unterstützen Sie dabei. Dokument herunterladen

Merkblatt: UN-Kinderrechtskonvention (UN-KRK)

Die UN-Kinderrechtskonvention bildet den Grundstein für die aktuellen Kinderrechte. Hier bekommen Sie eine kurze Einführung in das Vertragswerk und dessen Rechtsstatus. Dokument herunterladen

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