Abschnitt: Wege zur Qualität → Qualität durch Beratung
 

Wie Ihnen Supervision hilft, Ihre Ziele zu erreichen

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Beispielergebnisse aus Supervisionsgruppen sind:

  • Ich konzentriere mich mehr auf meine Kernaufgaben, verzettele mich weniger und behalte meine Energie, verliere nicht mehr so viel Kräfte.

  • Die Teamgespräche verlaufen jetzt strukturierter: Es gibt eine Tagesordnung, eine wechselnde Gesprächsleitung und ein Protokoll über jede Sitzung.

  • Ich achte mehr auf meinen körperlichen Ausdruck: Haltung, Mimik, Sprache und Bewegung. Ich verstehe jetzt besser und nehme differenzierter wahr, dass der körperliche Ausdruck meine Gefühle, Stimmungen und Gedanken spiegelt.

  • Ich nehme mehr den Zusammenhang wahr zwischen meinen Interventionen (Kommunikation) und dem Verhalten der Kinder, Kolleginnen und Eltern. Die Beziehungen werden freier, offener und vertrauter.

  • In mir pulsiert ein neuer Schwung, eine verstärkte Energie, die Konzeption unserer Kita mit dem Team fortzuschreiben. Die Supervision war eine große Bereicherung dafür. Ich spüre Klarheit über das, was in meiner pädagogischen Arbeit geschieht.

  • Ich fühle mich sicherer für die Bewältigung von beruflichen Aufgaben. Im Austausch in der Supervisionsgruppe habe ich neues Handwerkzeug, neue Perspektiven erhalten.

  • Es fällt mir jetzt leichter, Forderungen an die Mitarbeiter/innen zu stellen im Sinne von: Von wem will ich was, wozu, wie lange?

  • Probleme kläre ich jetzt im Kontext mit den beteiligten Personen mit dem Ziel, miteinander zu reden und nicht übereinander. Ich messe auch nicht mehr jedem Problem eine hohe Dringlichkeit bei.

  • In Elterngesprächen kann ich jetzt aufmerksamer zuhören. Ich fühle mich nicht mehr von Vornherein angegriffen. Ich habe auch entdeckt, wie erleichtert viele Mütter sind, wenn sie erzählen dürfen und eine Person hört ihnen zu.

  • Ich entdecke meinen Anteil an dem Thema, dem Problem; ich will zukünftig mehr Teil der Lösung sein und nicht Teil des Problems.

  • Mit Humor geht vieles leichter! Ich gehe wieder motivierter an die Arbeit.

  • Durch Rollenspiele kann ich in Begegnungen und Auseinandersetzungen sicherer auftreten.

  • Supervision hilft mir, mit den Anforderungen des Berufs professioneller umzugehen.

  • Meine hohen Ansprüche an mein berufliches Handeln orientieren sich wieder mehr an den Realitäten, an meinen Möglichkeiten und weniger an Idealen.

Die Abschiedsrituale in einer Einzel-, Team- oder Gruppensupervision sind unterschiedlich zu handhaben. Das Ausfüllen eines standardisierten Feedbackbogens gehört am Ende eines Supervisionsprozesses zur Regel.

Vom Ideenreichtum und der Qualifikation der Supervisorin/dem Supervisor, vom Prozessverlauf und dem Klima ist es abhängig, wie der Abschied mit unterschiedlichen Methoden und Ritualen gestaltet werden kann: Märchen/Geschichten erfinden, ein Gruppenfoto erstellen, den Weg der Supervision zeichnen oder den Entwicklungsverlauf der Veränderung mit Wollfäden auf einem weißen Papier darstellen. Das Abschiednehmen der Teilnehmerinnen kann durch Elemente aus Körperarbeit und Tanz durchlebt werden.

Auf dem Weg zur Rolle der Supervisorin/des Supervisors»Lasst mir meine Talente und wir gedenken der euren« (Diderot)

Im August 1975 übernahm ich bei der Stadt Sindelfingen halbtags die Aufgaben:

Einführung Fachberatung, Fortbildung für das Kita-Personal, Gestaltung der Zusammenarbeit mit den Eltern, den städtischen Ämtern und den Gremien des Gemeinderates. Da ich 1979 mein Zusatzstudium Supervision beendete, kam es zu zahlreichen Supervisionsanfragen aus den städtischen Kitas in Sindelfingen. Folglich vergrößerte sich jetzt mein Aufgabengebiet, auch im Rahmen von Supervision Mitarbeiter/innen zu begleiten. Während der Supervisions-Ausbildung befasste ich mich ausführlich mit der Konzeption und Rolle der Fachberatung in Abgrenzung zur Rolle der Supervision. Das Thema meiner Abschlussarbeit im Rahmen des Zusatzstudiums war: »Supervision – ein emanzipatorisches Lernangebot für Basis-Zielgruppen im Elementarbereich«. Vollkommen irritierend war für mich damals, wenn ich wahrnahm: Als Supervisorin ging ich in eine Kita hinein und als Fachberaterin kam ich heraus! Die Kontroll-Supervision mit Supervisions-Kollegen/Kolleginnen half mir durch Rollenklärung den Rollenkonflikt zu überwinden.

Zwei Jahre später, 1981, wurde mir die Gesamtleitung für alle städtischen Kitas übertragen. Der Beschäftigungsgrad meiner Stelle stieg auf 75 %. Ab diesem Zeitpunkt übernahmen externe Supervisorinnen und Supervisoren bei Anfragen die Beratung in den Kitas. Für mich blieb die Rolle der Supervisorin nebenberuflich lebendig und spannend. Der Qualitätsbaustein Supervision wurde bereits seit 1979 für alle Kitas in Sindelfingen angeboten. Das war ein Novum, da zu diesem Zeitpunkt Kindertagesstätten als Supervisions-Feld selten im Blick waren. Heute ist es selbstverständlich, dass bei Stellenausschreibungen z.B. für eine Kita-Leiterin unter der Rubrik »Wir bieten: Regelmäßige Supervision« zu lesen ist. Wunderbar! Es war ein langer Weg anzuerkennen, dass Supervision durchaus die Qualität der Bildung und Betreuung von Mädchen und Jungen in Kindertagesstätten und Schülerhorten weiterentwickeln und sichern kann.

Alle meine Berufsrollen im Arbeitsfeld Kita (Fachberatung, Supervision, Coaching, Fortbildung, Leitungserfahrung und Weiterbildungen, Tanzpädagogik u.a.) stärkten meine Feldkompetenz nicht nur für Kitas, sondern grundsätzlich für Institutionen und die eigene Rolle darin. Für mich geht es um die Vernetzung der Rollenwahrnehmung und Rollenumsetzung. Mein Supervisionskonzept speist sich aus:

  • Der Beobachtung von Kinderspielen, dem Feuereifer, den schöpferischen Tätigkeiten und dem Forschergeist der Kinder.

  • Dem engagierten Dialog während der Fortbildungen und den Beratungsgesprächen mit den sozialpädagogischen Fachkräften und mit den Eltern der Kita-Kinder.

  • Implementierung der Reggio-Pädagogik. Während des Prozesses kam es bei den Beteiligten zu großen Veränderungen ihrer inneren Bilder, Einstellungen und Verhaltensweisen bezogen auf: das Bild des Kindes, die Rolle des/der Erzieher/in, die Bedeutung des Raumes als dritten Erzieher, die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, die Aufgaben des Trägers, die Bedeutung der Dokumentation und des Portfolios der Kinder, die Projektarbeit, die Gemeinwesen-Orientierung und das Wirken für die Rechte der Kinder.

  • Den Projekterfahrungen wie z.B. »Das Mädchen im Bilderbuch«, »Die Tütenprinzessin – ein Theater-Projekt«, »Wege aus der Gewalt – kleine Schritte zum Frieden«, »Gender Mainstreaming – ein Thema für die Kindertagesstätte?!«, »Klick, was steckt dahinter?« Neue Medien in der Kita, »Bewegung ist das Tor zum Leben«, »Singen – dort, wo man singt, da lass dich nieder..!«

  • Der Freude und Lust an Bewegung und Tanz. Der offene Raum, der Kreis im Tanz bildet ein symbolträchtiges Element im Setting eines Supervisions-Prozesses z.B. für Rollenspiele und Körperarbeit.

Meine Supervisionsarbeit und meine Sicht auf die Welt und auf das, was im Leben wichtig ist, wurden schwerpunktmäßig geprägt durch Tiefenpsychologie, humanistische Psychologie, die systemisch-konstruktivistische Perspektive, Körperarbeit wie die Feldenkrais-Lehre »Bewusstheit durch Bewegung« und MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction von Dr. Jon Kabat-Zinn) sowie GFK (Gewaltfreie Kommunikation von Marshall B. Rosenberg).

Für mich bietet Supervision einen Raum, in dem Weiterentwicklung möglich ist, in Beziehungen zu denken und in Beziehungsfähigkeit zu investieren. Grundlage dieses Lernens ist jedoch nur durch die Wertschätzung eines jeden Menschen als einzigartige Person und durch eine neue Fehlerkultur gegeben. Fehler sind Lernquellen mit dem Blick auf Stärken/Ressourcen und nicht auf Schwächen/Defizite.

Ergänzende Arbeitshilfen

Übersicht: Supervision

Diese Arbeitshilfe fasst alle wichtigen Informationen zusammen, die Sie für die Einführung des Beratungsansatzes „Supervision“ benötigen. Was ist Supervision und wie funktioniert es im Kita-Alltag? Dokument herunterladen

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