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Bildungslandschaften: Verbessern Sie die Lernqualität – Hand in Hand

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Einen Überblick über laufende Aktivitäten und Entwicklungen gibt das Portal www.lokale-bildungslandschaften.de der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung.

Ein Beispiel für die mögliche Breite des Ansatzes ist das Konzept »Lernen vor Ort« der Stadt Leipzig:

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Abb. 1: Zusammenführung: Leipzig »Lernen vor Ort« (Quelle: Melcher 2012, S. 21)

Hier werden nicht nur die »klassischen« Akteure, d.h. die Bildungseinrichtungen selbst und die dafür in der Kommune Verantwortlichen eingebunden, sondern auch andere aus den Bereichen Kultur, Wirtschaftsförderung und Umweltschutz.

Die Tageseinrichtungen für Kinder finden nicht nur Kooperationsmöglichkeiten mit Einrichtungen und Akteuren der Familienbildung – was insbesondere für Kinder- und Familienzentren hilfreich sein dürfte, sondern z.B. auch zum Bereich der kulturellen Bildung und damit auch zu Künstlerinnen und Künstlern, die der Bildungsarbeit in den Kitas wichtige Impulse verleihen können1. Schließlich ist auch die kulturelle Bildung ein unverzichtbarer Teil der lebenslangen Bildungskette.

Die Frage der Bildungschancen ist mit dem Thema »Bildungsgerechtigkeit/Kinderarmut« eng verknüpft. Ein Beispiel für einen entsprechenden Schwerpunkt zeigt z.B. die Stadt Weiterstadt

Kommunale Präventionsketten

Die sogenannten »Frühen Hilfen«2 sind ein neuer Angebotsbaustein im präventiven Bereich. Damit nicht eine neue »operative Insel« entsteht, müssen diese Angebote wie auch die Tageseinrichtungen für Kinder Teil einer Präventionskette werden, die dafür sorgt, dass betroffene Familien und Kinder ständig Hilfs- und Unterstützungsangebote erfahren. Zwei Beispiele für Netzwerke auf kommunaler Ebene3 sind Speyer und Dormagen: Im »Dormagener Modell« begreifen sich Kitas als Teil einer Präventionskette, die auf kommunaler Ebene eingerichtet wird.

Dabei geht es nicht um additive Modelle, sondern um eine grundsätzlich andere konzeptionelle Grundausrichtung: »Mo.Ki beschreibt den Leitgedanken der Monheimer Jugendhilfeplanung. Dabei handelt es sich um einen kommunalen Präventionsansatz, der einen systematischen Umbau der Kinder- und Jugendhilfe zum Ergebnis hat – weg von der Reaktion auf Defizite hin zur Prävention als aktive Steuerung und Gestaltung.«

Kinderbeteiligung auf kommunaler Ebene

Perspektive von Kindern

Kinderbeteiligung hat verschiedene Ziele und Formen: Einerseits soll die Perspektive von Kindern in kommunale Entscheidungsprozesse einbezogen werden, z.B. bei der Planung von Spielplätzen oder Freizeiteinrichtungen. Andererseits sollen Kinder mit kommunalen Entscheidungsprozessen und Gremien bekannt gemacht werden, indem sie z.B. politische Mandatsträger befragen, an Sitzungen kommunaler Gremien teilnehmen.

Eine Beteiligung von Kindern an Entscheidungsprozessen ist nur sinnvoll, wenn der Umgang mit den Ideen, Vorschlägen und ggf. Einwänden der Kinder im Sinne eines Qualitätsmanagements4 verbindlich geregelt ist; Kinder haben zumindest das Recht auf eine Rückmeldung zu ihren Vorschlägen und ggf. auf eine Begründung dafür, dass sie nicht oder nur teilweise übernommen wurden.

Anhörungs- und Beteiligungsprojekte richten sich im Allgemeinen an ältere Kinder. Dazu können Schulen bzw. Schulklassen, aber auch Hortgruppen einbezogen werden. Die Partizipation jüngerer Kinder richtet sich dagegen eher auf die Mitgestaltung des Zusammenlebens in dem Ort, in dem sie leben, insb. ihre Tageseinrichtung.

Ergänzende Arbeitshilfen

Merkblatt: Bildungslandschaft (Kooperationen)

Was sind Bildungslandschaften und welchen Stellenwert nehmen sie im Kita-Alltag ein? Diese Arbeitshilfe gibt Ihnen einen Überblick. Dokument herunterladen


Siehe z.B. den »Schutzengel« in Flensburg (http://www.schutzengel-flensburg.de/) oder »Adebar« in Hamburg (http://www.adebar-hh.de/) als Angebot für Schwangere und Familien in besonderen Lebenslagen.


Kommunale Netzwerke können durch ein Bundesland koordiniert und unterstützt werden, z.B. in Bayern durch »Koordinierende Kinderschutzstellen (KoKi)« (http://www.stmas.bayern.de/jugend/kinderschutz/koki/)


Das Bundesministerium für Familie, Senioren Frauen und Jugend hat Qualitätsstandards für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Praxisfeldern herausgegeben (BMFSJF 2012). Daran könnten sich auch Überlegungen von Tageseinrichtungen für Kinder zur Ausgestaltung der Partizipation von Kindern (vgl. Kap. 19) orientieren.


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