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Konzepte, Prozesse und Strukturen – So können Sie Qualität analysieren

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Um das Geschehen in einer Einrichtung differenziert beschreiben und im Hinblick auf pädagogische Qualität analysieren zu können, hat sich die folgende Dreiteilung bewährt:

  1. 1.

    Konzepte: Nicht nur in der pädagogischen Konzeption einer Einrichtung, sondern auch im Leitbild des Trägers, in Gesprächen im Team oder mit Eltern spiegeln sich Werte, Einstellungen und Haltungen der Fachkräfte und des Trägers wider. In einem »Bild vom Kind« wird zum Beispiel ein Grundverständnis von der kindlichen Persönlichkeit und der kindlichen Entwicklung deutlich, die den Umgang zwischen Erwachsenen und Kindern und damit auch das professionelle Selbstverständnis jeder sozialpädagogischen Fachkraft grundsätzlich bestimmt.

    Gerade im Feld der Kinder- und Jugendhilfe hat die Vielfalt von Werten, Einstellungen und Haltungen Tradition; das SGB VIII lässt diese Vielfalt nicht nur zu, sondern fördert sie. Das gilt auch für elementardidaktische Konzepte im engeren Sinne (Situationsansatz, »Offener Kindergarten«, Montessori-Pädagogik u.a.), die ein pädagogisches Grundverständnis in einen didaktischen Rahmen überführen, der jeweils verdeutlicht, auf welche Weise und mit welchen Prioritäten der Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag ausgefüllt und umgesetzt werden soll und kann.

  2. 2.

    Prozesse: Was konkret im Alltag passiert, lässt sich nicht bis ins Detail aus einem Konzept ableiten und muss diesem Konzept auch nicht zwangsläufig entsprechen. Gegenstand dieses Bereichs ist daher die Erfassung des (all-)täglichen individuellen oder sozialen Handelns und der sozialen Prozesse zwischen den Beteiligten, insbesondere zwischen Erzieherin und Kind(ern), der Kinder untereinander, der Erzieherinnen untereinander (Teamprozesse) und zwischen Erzieherinnen und Eltern. Im Rahmen der Vernetzung und Kooperation kommen Prozesse der Interaktion, Kommunikation und Kooperation mit weiteren Akteuren (z.B. der Schule) hinzu.

    Während die Bildungsziele dem Bereich der Konzepte zuzuordnen sind, wird die Analyse der Inhalte und Methoden der Bildungsarbeit als zweiter großer Teilbereich dem Bereich der Prozesse zugeordnet.

  3. 3.

    Strukturen: Unter dieser Überschrift werden verschiedene Aspekte betrachtet:

    • Die Rahmenbedingungen, unter denen die Einrichtung arbeitet (Zahl und Qualifikation des Personals, verfügbare Räume, materielle und finanzielle Ressourcen),

    • Die Organisationsstruktur (z.B. Freistellung der Leitung, Dienstplangestaltung, Zusammensetzung der Gruppen etc.),

    • Die Angebotsstruktur der Einrichtung (Welches Angebot hält sie vor hinsichtlich Plätzen, Altersgruppen, Öffnungszeiten, Schließungstagen, Angeboten für Eltern etc.?).

Das Spezifische dieser drei Bereiche und damit auch das Verhältnis zueinander lässt sich durch drei Fragen skizzieren: »Was wollen wir?« (Konzept), »was tun wir?« (Prozess), »was hilft, was behindert uns dabei?« (Struktur).

Manchmal wird der Vorschlag gemacht, für Fragen des Managements einen eigenen Bereich »Managementqualität« einzurichten (Strehmel/Ulber, 2014). Weil aber auch das Management eine konzeptionelle, eine prozessuale und eine strukturelle Seite hat, lässt es sich ebenso gut im Kontext der klassischen Dreiteilung behandeln.

Literatur

Strehmel, P./Ulber, D. (2014): Leitung von Kindertageseinrichtungen. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. Wiff-Expertisen Band 39. München. URL: https://www.weiterbildungsinitiative.de/uploads/media/WiFF_Expertise_39_Leitung_in_Kitas.pdf

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