Abschnitt: Akteure im Qualitätsmanagement → Die Fachkraft
 

Trägervertreter/innen müssen handeln!

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Insgesamt zeigt sich in der AQUA-Studie eine starke Ambivalenz: Pädagogische Fachkräfte sind einerseits mit ihrer Arbeit an sich und den Tätigkeiten sehr zufrieden, andererseits fühlen sie sich jedoch stark belastet. Offensichtlich erfahren die Kita-Mitarbeiter/-innen unter den derzeitigen Rahmenbedingungen immer noch zu wenig Wertschätzung, wofür u.a. auch die mangelnde Bezahlung und fehlende Aufstiegschancen verantwortlich sind. Mit mehr als zwei Dritteln fühlt sich ein alarmierend großer Anteil der Kita-Mitarbeiter/innen starken beruflichen Belastungen ausgesetzt.

Für die qualitative, personelle, strukturelle und finanzielle Ausgestaltung der Kindertagesbetreuung sind in erster Linie die jeweiligen Länder und die dortigen Träger(verbände) zuständig. Die in diesem Bericht aufgeführten der Differenzwerte von »Wichtigkeit« und »Vorhandensein« verschiedener Arbeitsbedingungen liefern Anhaltspunkte für einen möglichen Handlungsbedarf. Sie stellen eine Reihe möglicher »Stellschrauben« dar, die Trägern dazu dienen könnten, die Rahmenbedingungen in den Kitas zu verbessern.

Trägervertreter/innen können diese Listen dazu nutzen, die Bedingungen in ihren Einrichtungen kritisch zu hinterfragen. Auch wenn diese Rangreihen nicht die jeweilige individuelle Meinung einer Fachkraft, sondern den Durchschnitt aller Einschätzungen darstellen, kann dies doch dem Träger dazu dienen, Maßnahmen und Angebote, die er für seine Mitarbeiter/innen vorhält, neu zu reflektieren. So können sich Träger beispielsweise darüber informieren, welche Arbeitsbedingungen den Fachkräften besonders wichtig sind und bei welchen sich in der Befragung ein besonders großer Handlungsbedarf ergab. Dies kann – ähnlich wie im Rahmen einer Selbstevaluation – dazu benutzt werden, sich über die eigene Situation bzw. über die der Mitarbeiter/innen besser klar zu werden und gegebenenfalls Änderungen einzuleiten.

Pädagogischen Fachkräften war es am wichtigsten – noch vor der angemessenen Bezahlung – genügend Zeit für gute pädagogische Arbeit zu haben, die jedoch meist nicht wie gewünscht vorhanden ist. Dies zeigt, dass es sich hier um eine Gruppe handelt, der ihr Beruf sehr am Herzen liegt und die auch nicht optimale Arbeitsbedingungen in Kauf nimmt und offenbar in der Lage ist, von den positiven Aspekten des Berufs zu zehren.

Dennoch sollte es im Rahmen einer Qualitätsdiskussion, die in letzter Zeit immer häufiger neben der Diskussion um die Steigerung der Quantität im Kita-Bereich geführt wird, selbstverständlich sein, den Fachkräften im pädagogischen Bereich die entsprechenden Ressourcen bereit zu stellen, damit sie professionell agieren können. Die vorliegende Studie konnte u.a. zeigen, dass sich Fachkräfte, die angeben, genügend Zeit für pädagogische Arbeit zu haben, durch deutlich höhere Arbeitszufriedenheit und niedrigere Belastungswahrnehmung auszeichnen.

Nach wie vor gilt es, die Attraktivität des Berufsfeldes frühpädagogischer Fachkräfte in Deutschland zu erhalten bzw. zu steigern. Veränderungen können nur dann Erfolg haben, wenn sowohl die Bedingungen, unter denen die Fachkräfte arbeiten, als auch ihre jeweiligen Bedürfnisse berücksichtigt werden. In der Zukunft wird es deshalb für Träger immer wichtiger werden, neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten und den Interessen von Eltern und Kindern auch die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter/innen stärker in den Blick zu nehmen.

Ergänzende Arbeitshilfen

Übersicht: Aspekte der pädagogischen Qualität in einer Tageseinrichtung für Kinder

Die Übersicht zeigt Aspekte der pädagogischen Qualität im Hinblick auf deren Struktur-, Prozess- und Konzeptqualität. Orientieren Sie sich in Ihrem Qualitätsmanagement an dieser Einteilung, um das QM zu strukturieren. Dokument herunterladen

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