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Das zeichnet ein gutes Team aus

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Mindestens zwei Menschen sind eine Gruppe. Eine Organisation, eine Abteilung, alle Erzieher/innen einer Kindertagesstätte sind eine Gruppe. Oft glauben Menschen, dass sie ein Team sind, nur weil sie der gleichen Gruppe angehören z.B. der Gruppe der Abteilungsleiter, der Verwaltung, der »Küchenmannschaft« oder des Fördervereins. Tatsächlich arbeiten sie häufig separat für sich oder manchmal sogar bewusst oder unbewusst gegeneinander mit verschiedenen Zielen innerhalb einer Gruppe. Aber was macht eine Gruppe zu einem Team und was ist ein Team?

Eine Definition besagt, dass ein Team aus zwei oder mehr Individuen besteht, die:

  • sich ihrer positiven Abhängigkeit untereinander bewusst sind, während sie ein gemeinsames Ziel anstreben.

  • während dieses Strebens miteinander interagieren.

  • sich darüber bewusst sind, wer zum Team gehört und wer nicht.

  • bestimmte Rollen und Funktionen erfüllen.

  • eine zeitlich begrenzte Mitgliedschaft haben.

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Abb. 1: Ein Team ist eine Gruppe mehrerer Individuen mit einem gemeinsamen Ziel, die im besten Fall positiv interagieren, um dieses Ziel innerhalb eines definierten Zeitraumes zu erreichen.

Als Mitglied eines Teams ist jedem demnach bewusst, zu welchem Zweck und mit welchem Ziel er/sie dem Team angehört, genauso wie dies den anderen Teammitgliedern bewusst ist. Unsere Handlungen und Aktionen sind im positivsten Sinne miteinander zielgerichtet verbunden. Hierdurch erreichen wir eine größtmögliche Effektivität zur erfolgreichen Umsetzung eines Endergebnisses.

Beispiel

Susanne (Leitung), Daniel (Praktikant), Claudia (Erzieherin) und Rosa (Erzieherin) bilden ein Team, das das diesjährige Sommerfest organisiert. Sie treffen sich, um die einzelnen Aufgaben zu besprechen und zu verteilen, die bis zum Sommerfest organisiert und umgesetzt werden müssen. Das gemeinsame Ziel ist u.a., dass die Kinder Enten-Girlanden basteln, um damit den Garten zu dekorieren. Durch die gemeinsame Besprechung sind das Ziel, Aufgabenverteilung und der Terminplan transparent für alle. Alle sind anwesend, so dass die Kommunikation mündlich erfolgt. Susanne bekommt die Aufgabe bis zu einem gemeinsam vereinbarten Zeitpunkt X Bastelmaterial zu besorgen und dies den Gruppen rechtzeitig zur Verfügung zu stellen. Hier starten die Aufgaben von Daniel, Claudia und Rosa, die durch diese Vorleistung möglichst frühzeitig und ohne Zeitdruck mit den Kindern in ihren Gruppen beginnen können, die Enten-Girlanden zu basteln. An einem bestimmten Termin Y sollen die Girlanden fertig sein, bis dahin werden die schon fertigen Exemplare im Materialraum gesammelt. Am Tag des Sommerfestes Z hängen Daniel und Rosa die Girlanden morgens auf. Die einzelnen Handlungen hängen voneinander ab. Sie sollten für jeden klar und immer wieder gut kommuniziert sein, wenn z. B. Änderungen eintreten, so dass der Zeitplan nachjustiert werden kann. Im Hinblick auf den Zeitplan sollte es daher Pufferzeiten geben, damit unvorhersehbare Ereignisse das Ziel nicht gefährden.

Ein Team ist durch verschiedene Begabungen einzelner Teammitglieder in der Lage, komplexere Aufgaben umzusetzen oder effizienter auszuführen, für die die Fähigkeiten einer Einzelperson nicht oder nur begrenzt ausreichen. Daniel ist z.B. mit seinen zwei Metern Körpergröße prädestiniert, um die Girlanden aufzuhängen. Rosa hingegen ist eine Meisterin darin, Fäden der Girlanden zu entknoten, die bei Lagerung und Transport entstanden sind. Sie ergänzen sich hervorragend.

Die Bildung eines erfolgreichen Teams bedeutet, die Mitglieder gut zu kennen und zu wissen, wer welche Stärken besitzt und umsetzen kann und welche Rolle er/sie im Team einnimmt. Die Selbsteinschätzung der einzelnen Personen sollte möglichst realistisch sein, einerseits, um sich an entsprechender Stelle anzubieten, andererseits, um zu wissen, wann die eigene Kompetenz nicht ausreicht. Von allen Teammitgliedern wird eine optimale Informationsweitergabe erwartet und gefördert.

Es gibt zeitlich begrenzte, kurzzeitige Teams, wenn das Team nur ein kleineres Projekt umsetzen soll, wie zum Beispiel das o.g. diesjährige Sommerfest oder lediglich einen Teilaspekt hierfür organisiert. Nach Abschluss des Projektes oder Teilprojektes löst sich das Team nach dem Fest in dieser Rollenzusammensetzung wieder auf. Ein Team, das eine Kindertagesstätte betreibt, arbeitet langfristig zusammen. Eine Änderung im Team oder gar eine Neubildung des Teams entsteht hier ausschließlich durch Mitarbeiterwechsel.

Ergänzende Arbeitshilfen

Das Team als Ganzes verstehen: Das Seerosen-Modell

Das Seerosen-Modell zeigt auf, wie ein Team agieren sollte, um die maximale Effizienz zu erlangen. Die Partizipation eines jeden Einzelnen hilft dabei, eine gemeinsame Einheit zu bilden und wird mit dem Vergleich einer Seerose veranschaulicht. Dokument herunterladen

Teamübung: Rollen im Team

Analysieren Sie Ihre verschiedenen Gruppenrollen mithilfe dieser Übung, damit Sie Ihre Zusammenarbeit stützen und stärken können. Dokument herunterladen

Machtverhältnisse im Kitateam

Machtverhältnisse im Team können sich bei neuem Personal schnell verfestigen. Anhand des Beispiels werden Ihnen Lösungsansätze aufgezeigt, um Balance im Team zu gewinnen. Dokument herunterladen

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