Abschnitt: Teamführung → Teams effizient leiten
 

Kennen Sie den Unterschied zwischen Gruppe und Team?

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Was ist eine Gruppe? Was ist ein Team? Wenn mehr als 2 Personen in einer direkten Interaktion über längere Zeit hinweg zusammenarbeiten und spezifische Normen und Werte teilen sowie über eine spezifische Aufgabenverteilung verfügen, wird von einer Gruppe oder einem Team gesprochen. Die zentralen Unterschiede zwischen Gruppe und Team bestehen nach Beisheim/Frech (1999, S. 289)

  • „in der Aufgabenorientierung: Im Idealfall weisen Teams eine starke Aufgabenorientierung auf; individuelle Ziele und interpersonelle Konflikte werden zugunsten von Teamzielen zurückgestellt. Meist sind mit der ausgeprägten Aufgabenorientierung klare, explizite Spielregeln und Belohnungsmechanismen für die Mitglieder verbunden.

  • im Zielbezug der Mitglieder: Aus der Aufgabenorientierung lässt sich thesenhaft das 2. Unterscheidungsmerkmal ableiten: In Teams ist das gemeinsam angestrebte Ziel für alle Teammitglieder von extrem hoher Valenz, während in Gruppen durchaus andere Ziele im Vordergrund stehen können und auch berücksichtigt werden […].

  • im Zusammengehörigkeitsgefühl, in der Intensität der Kohäsion: Teams sind durch eine sehr hohe Kohäsion (Teamgeist, Teamspirit) charakterisiert. Je höher die Kohäsion, desto größer ist das Ausmaß an Vertrauen, was die Kooperation begünstigt. Die Aussage von Homans (1960, S. 111, 133), dass eine positive Korrelation zwischen der Häufigkeit der Interaktion von Personen und ihren Freundschaftsgefühlen füreinander besteht (Interaction-Attraction-Hypothese), dass also häufige Interaktionen die Sympathie aufgrund wahrgenommener Ähnlichkeit erhöhen, ist bei Gruppenarbeit und insbesondere bei Teamarbeit in besonderem Maße zutreffend: Die Gruppe kann erst durch gemeinsame Aufgaben, die sich an einem gemeinsam getragenen Ziel orientieren, ihre Kohäsion entwickeln und stärken und sich damit zum Team entwickeln. Die Aufgabe/Zielsetzung ist dabei für die Teamentwicklung insofern der Dreh- und Angelpunkt, da durch sie die erforderlichen gemeinsamen Aktivitäten verbunden sind und gebündelt werden.

  • in der funktionalen Interdependenz: Während Teammitglieder wechselseitig aufeinander angewiesen sind und ein Team daher einer funktionsgerechten Strukturierung bedarf, sind Gruppenmitglieder im Aufgabenvollzug lediglich lose aneinander gekoppelt. D.h. für ein Team ist die Integration einzelner Individuen mit ihren spezifischen Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten in die übergeordnete „Teameinheit“ entscheidend. Eine enge Verflechtung und ein enges Aufeinander-angewiesen-sein im Aufgabenvollzug charakterisieren die Teamsituation.“

Literatur

Beisheim, M./Frech, M. (1999): Teamarbeit und Teamentwicklung in Organisationen. In: von Eckardstein, D./Kasper, H./Mayrhofer, W. (Hrsg.): Management: Theorien – Führung – Veränderung. Stuttgart: Schäffer-Pöschel. S. 287-320.

Homans, C. G. (1960): Theorie der sozialen Gruppe. Köln: Opladen.

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