Abschnitt: Personalmanagement → Mitarbeiter beurteilen
 

Beurteilung und Zeugnis – Kennen Sie den Unterschied!

fotolia_141758190_m.jpg
© magele-picture / Fotolia

Die Personalbeurteilung ist eine Leistungs- und Potenzialbeurteilung eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin. Aber auch Persönlichkeitseigenschaften und Leistungen (wie Verantwortungsbereitschaft und Gedächtnis) werden in Form einer Persönlichkeitsbeurteilung hinzugezogen (vgl. Griessl/van Gerven/Vermiert 2000, S. 22).

Die Beurteilung wird i.d.R. von dem/der direkten Vorgesetzten durchgeführt. Diese/r verfügt, neben den Kollegen und Kolleginnen, über den notwendigen Überblick der entsprechenden Aufgaben sowie der Fähig- und Fertigkeiten des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin.

Zu Beginn der Verfassung einer Beurteilung sind zwei Dinge zu beachten. Zu allererst ist es von Bedeutung, dass zwischen einer Beurteilung und einem Zeugnis unterschieden wird. Die Beurteilung ist rein innerbetrieblich, was bedeutet, dass die Beurteilung nicht nach außen gelangt. Die Beurteilung ist wahrheitsgemäß zu verfassen und kann somit sowohl positive als auch negative Aspekte beinhalten. In der Praxis wird zwischen planmäßigen und außerplanmäßigen Beurteilungen unterschieden. Planmäßige Beurteilungen erfolgen in einem festen Turnus (i.d.R. mindestens einmal jährlich). Außerplanmäßige Beurteilungen werden zu festen Anlässen wie zum Ende der Probezeit oder Befristung, bei Versetzungen oder bei Änderungen des Entgeltes verfasst.

Die Beurteilung ist ein gängiges und bedeutendes Führungsinstrument, mit dem jede Führungskraft vertraut sein und es gewissenhaft einsetzten sollte. Es ist ein gewinnbringendes Instrument, denn das Verfassen einer Beurteilung setzt voraus, dass sich die Führungskraft kritisch mit der geleisteten Arbeit eines Pädagogen oder einer Pädagogin auseinandersetzt. Es wird geklärt und zurückgemeldet, was und in welcher Qualität die Fachkraft ihre Arbeit leistet. „Die Führungskraft nimmt also einen Abgleich zwischen den zu erfüllenden Aufgaben und der erforderlichen Qualität vor und kann darüber den Erfüllungsgrad feststellen“ (Weber 2012, S. 3). Somit ergeben sich auch Rückschlüsse für die Führungskraft, denn im Falle einer Minderleistung bedeutet dies, dass durch Anleitung, Reflexion, Zielvereinbarungen, Fort- und Weiterbildung usw. die Qualität der Arbeit verbessert und der Erfüllungsgrad erhöht werden sollte.

Um eine Beurteilung verfassen zu können ist das Vorhandensein von „Messinstrumenten“ wie Stellen- und Aufgabenbeschreibungen für alle Bereiche und Funktionen, definierte Qualitätsstandards sowie Überprüfungskriterien, welche mess- bzw. beobachtbar sind, notwendig.

Zeugnisse dienen in erster Linie der Außenwirkung. Sie werden erstellt, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin den Arbeitgeber wechselt. In diesem Fall können alle verfassten Beurteilungen des gesamten Beschäftigungszeitraumes zusammengefasst und berücksichtigt werden. Ein Zeugnis dient dazu, die bisherigen Tätigkeiten und übernommenen Aufgaben nachzuweisen. Es wird i.d.R. Bewerbungen beigelegt bzw. bei der Entscheidungsfindung eines geeigneten Bewerbers/einer geeigneten Bewerberin berücksichtigt.

Aus einem Zeugnis sollte (anders als bei Beurteilungen) nichts eindeutig Negatives herauszulesen sein. Das Zeugnis unterliegt dem Grundsatz des Wohlwollens. Jeder Verfasser eines Zeugnisses ist dazu gesetzlich verpflichtet.

Literatur

Griessl, A./van Gerven, H./Vermiert, J. (2000): Grundlagen der Mitarbeiterbeurteilung. Qualifikationsprofile – Verfahrensweisen – Umgangsstrategien. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer.

Weber, K. (2012): Beurteilungen und Zeugnisse. In: Kindergarten heute. Management kompakt. Themenheft zu Methoden und Organisation. Freiburg im Breisgau: Verlag Herder.

Ergänzende Arbeitshilfen

Checkliste: Qualifiziertes Zeugnis

Nehmen Sie diese Checkliste zur Hand, wenn Sie bei der Erstellung eines qualifizierten Zeugnisses für eine Mitarbeiterin/einen Mitarbeiter nichts vergessen wollen. Dokument herunterladen

Checkliste: Vorläufiges Zeugnis

Erstellen Sie mithilfe der Checkliste ein vorläufiges Zeugnis für Ihre Mitarbeiter/innen. Mit diesen Hinweisen vergessen Sie nichts. Dokument herunterladen

Nach oben

Anmelden