Abschnitt: Gesunde Arbeit → Work-Life-Balance
 

Wie steht es um die aktuelle Work-Life-Balance in Ihrer Einrichtung? – Fragen Sie Ihre Mitarbeiter/innen

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Work-Life-Balance-Maßnahmen müssen grundsätzlich individuell auf die jeweilige Organisation ausgerichtet sein. Als sinnvoll erweist es sich dabei, die Mitarbeitenden einzubeziehen und deren Einschätzungen zu erfragen. Dies kann durch eine standardisierte, anonyme Befragung erfolgen oder auch durch persönliche Mitarbeitergespräche, die in Bezug auf diesen Themenaspekt für die Einrichtung ausgewertet werden. Im Fokus der Befragung sollten folgende Aspekte stehen (vgl. Collatz/Dudat 2011, S. 42 f.):

  • Beschreibung der aktuellen Lebenssituation (Alter, Betreuung von Familienmitgliedern …)

  • Zufriedenheit in Bezug auf die Arbeitsbedingungen

  • Zufriedenheit mit den Arbeitsinhalten

  • erlebtes Führungsverhalten

  • Kommunikation innerhalb des Teams, ggf. teamübergreifend

  • Strukturen und Rahmenbedingungen

  • Handlungsfelder aus Sicht der Mitarbeitenden

  • Wünsche und Erwartungen im beruflichen Kontext

Bei der Auswertung der Aussagen sollte eine erste Bedarfsanalyse erfolgen, die mit den bereits vorhandenen Angeboten abgeglichen wird. Entsprechend können verschiedene Optimierungen in Betracht gezogen werden:

  • Bestehen Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten?

  • Für die Kindertagesstätten gilt in der Regel, dass hier mehrheitlich Frauen arbeiten. So ist davon auszugehen, dass Kinderbetreuung und ggf. Teilzeitarbeit im Vormittagsbereich von mehreren Mitarbeiterinnen gewünscht wird. Können sich Teampartner/innen ggf. in ihren spezifischen Zeitbedarfen ergänzen?

  • Sind die Mitarbeiter/innen entsprechend ihren Fähigkeiten, Kompetenzen und Neigungen eingesetzt?

  • Wie steht es um das Commitment der Mitarbeiter/innen, wie lässt es sich ggf. steigern?

  • Sind die Strukturen, Abläufe und Rahmenbedingungen transparent und werden sie verbindlich eingehalten?

  • Gibt es Supervisionsangebote für die Mitarbeiter/innen, um innere Konflikte und Problemlagen, ggf. auch unbewusste, zu reflektieren und aufzuarbeiten?

  • Kann die Kita-Leitung modellhaft zu einer gesunden Work-Life-Balance beitragen?

  • Welche Unterstützung erfährt die Kita-Leitung? Kann sie als Bindeglied zwischen Träger und Team die Bedarfe in beide Richtungen klar kommunizieren?

  • Nutzt sie ggf. die Möglichkeit eines Leitungscoachings?

Praxistipp

Die Kita-Leitung steht nicht in der Verpflichtung, es jeder Mitarbeiterin bzw. jedem Mitarbeiter Recht zu machen. Vielmehr geht es darum, möglichst viele Komponenten, die die Work-Life-Balance beeinträchtigen, zu erfassen, abgestimmte Maßnahmen zu initiieren, zu steuern und entsprechend zu evaluieren.

Literatur

Collatz, A./Gudat, K. (2011): Work-Life-Balance. Göttingen.

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