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Menschliche Bedürfnisse als Hierarchie

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Der humanistische Psychologe Abraham Maslow (1908 bis 1970) begründete die Theorie, dass grundlegende Bedürfnisse hierarchisch geordnet werden können (siehe Abb. 1). Nach Sichtweise Maslows müssen die Bedürfnisse jeder Hierarchieebene befriedigt sein, bevor eine nächsthöhere erreicht werden kann. Die Bedürfnisse sind aufsteigend von „primitiv“ bis „fortgeschritten“ angeordnet. Auf der untersten Ebene sind die biologischen Bedürfnisse angesiedelt, diese müssen vorrangig befriedigt werden; erst danach kann ein neues Ziel angegangen werden. Wenn die biologischen Bedürfnisse befriedigt sind, sind es Sicherheitsbedürfnisse, die Individuen motivieren. Sind auch diese befriedigt, werden Menschen durch Bindungsbedürfnisse angetrieben. Sind diese mit Nahrung gut versorgt, fühlen sich sicher und haben ein Dazugehörigkeitsgefühl, dann bewegen sie sich nach oben in Richtung „Bedürfnis nach Wertschätzung“ (vgl. Zimbardo 2004, S. 540).

Menschen sind denkende Individuen mit hochkomplexen Gehirnen. Starke kognitive Bedürfnisse treiben sie dazu an, ihre Vergangenheit zu kennen, die Gegenwart zu verstehen und zukünftige Entwicklung abschätzen zu können.

Auf der nächsten Hierarchiestufe nach Maslow stehen die ästhetischen Bedürfnisse, das Streben nach Schönheit und Ordnung. Diese sind essenziell für die kreative Seite der Menschlichkeit. An der Hierarchiespitze befinden sich Personen, die gesättigt, sicher, geliebt, selbstsicher, denkend und kreativ sind. Diese Individuen haben sich in ihrem Streben nach der vollen Entfaltung ihres Potentials über die grundlegenden Bedürfnisse hinaus entwickelt. Maslows Gedankenkonstrukt enthält jedoch noch eine Ebene, die hierüber hinausgeht, nämlich das Bedürfnis nach Transzendenz. Diese Ebene kann zu einem „höheren Bewusstsein“ führen, zu einer „kosmischen Vision“ von der eigenen Bedeutung im Universum.

Abraham Maslow hatte mit seiner Theorie eine sehr optimistische Sicht auf die menschliche Motivation. Kern ist die These, dass jede Person das Bedürfnis hat sich zu entwickeln und das größtmögliche Potenzial auszuschöpfen. Die Realitäten zeigen jedoch, dass Menschen – neben den von Maslow skizzierten Bedürfnissen – auch Macht, Dominanzverhalten und Aggression ausleben (vgl. ebd., S. 540 f.).

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Abb. 1: Maslows Bedürfnishierarchie (vgl. Zimbardo 2004)

Literatur

Zimbardo, P. G. (2004): Psychologie. München.

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