Abschnitt: Ganzheitliche Führung → Mitarbeiter motivieren
 

Wie der Motivationsprozess verläuft

motivation-1015455_1920.jpg

Der Begriff Motivation wird heutzutage oftmals als Grad der Leistungsbereitschaft einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters verstanden. Einflüsse, die ein bestimmtes Verhalten auslösen, werden als Motivatoren bezeichnet. Die Motivation ist ein aktivierender Prozess mit richtungsgebender Tendenz. Auslöser sind Ziele, die einen ausreichend hohen Reiz beinhalten. Motive sind immer mit Zielen verbunden und werden von diesen durch ihre ausgehende Anreizwirkung immer wieder erneuert. Dies bedeutet, dass das menschliche Verhalten durch Motive und nicht durch Reize bestimmt wird (vgl. Withauer 2011, S. 55).

Um eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter zu motivieren, muss es zu einer persönlichen Bedürfnisbefriedigung kommen. Die Motivationsanreize müssen also auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter/innen abgestimmt sein, sich ohne übertriebenen Aufwand realisieren lassen und vor allem dürfen sie nicht dem Unternehmensziel entgegenwirken (vgl. Laufer 2011, S. 110 f.).

Im Prozess der Motivation werden bestehende Motive durch Anreize aktiviert; Erwartungen werden ausgelöst. Die Erwartungen sind darauf ausgerichtet, wie sehr bestimmte Handlungen sich dazu eignen, ein angestrebtes Ziel zu realisieren. Menschen reflektieren ihr Verhalten und stellen Vergleiche zu ähnlich erlebten Situationen her. Diese wirken sich zum einen auf die Intensität des Willens aus, mit dem ein Ziel verfolgt wird, zum anderen hat eine reflektierende Sichtweise auch Auswirkungen auf das Schaffen oder Abschwächen neuer oder vorhandener Motive. Erwartungen, Anreize und Motive obliegen Lernprozessen, die auf Erfahrungen, Beobachtungen und Umwelteinflüssen basieren (vgl. Jung 2011, S. 368).

Der Motivationsprozess kann in einem Kreismodell visualisiert werden.

klw_hbp_5.4.2_abb.1.jpg

Abb. 1: Motivationsprozess (Quelle: eigene Darstellung)

Die Reizwirkung wird durch eine zielgerichtete Handlung reduziert und endet mit der Bedürfnisbefriedigung. Die Motivlagen sind individuell begründet; Reize und Ziele werden der natürlichen Umwelt zugeordnet. Von einem singulären Motiv auszugehen, bedeutet eine Simplifizierung gegenüber der Realität, da menschliches Verhalten stets multikomplex motiviert ist (vgl. Witthauer 2011, S. 55).

Die Phasierung des Motivationsprozesses verläuft in 5 Phasen. Am Anfang steht ein Bedürfnis (Motiv), welches zu einer Bedürfnisspannung (Motivierung) führt. Danach kommt es zu einer gezielten Handlung (Ausführung). Eine steigende Bedürfnisbefriedigung führt zur Abnahme der Bedürfnisspannung (Spannungsabnahme). Am Ende entstehen neue Bedürfnisse (vgl. Jung 2011, S. 368).

klw_hbp_5.4.2_abb.2.jpg

Abb. 2: Phasen des Motivationsprozesses (Quelle: eigene Darstellung)

Literatur

Jung, H. (2011): Personalwirtschaft. München.

Laufer, H. (2011): Grundlagen erfolgreicher Mitarbeiterführung. Offenbach.

Witthauer, K. F. (2011): Führungskompetenz und Karriere. Wiesbaden.

Ergänzende Arbeitshilfen

10 Tipps zur Zielformulierung

Sie haben sich mit Ihrem Team Ziele für das neue Kita-Jahr gesetzt? Diese Tipps helfen Ihnen bei der richtigen Formulierung, damit die Ziele realistisch bleiben. Dokument herunterladen

Nach oben

Anmelden