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Pädagogik nach Fröbel: Ein Klassiker, aber immer noch aktuell

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Die Fröbel-Pädagogik, nach Friedrich Fröbel (1782–1852) benannt, ist ein pädagogisches Handlungskonzept (Ebert, 2007). Es verbreitete sich vor allem nach Fröbels Tod im 19. Jahrhundert, insbesondere durch die von ihm ausgebildeten Kindergärtnerinnen, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die Reformpädagogik. Sie lässt sich in eine Kindergarten- und Spielpädagogik und in eine Schulpädagogik untergliedern.

Die Fröbel-Pädagogik ist als Kindergarten- und Spielpädagogik von ihrem Erfinder weiter ausgearbeitet worden als die Schulpädagogik (Heiland, 1993). Die Spielpädagogik entwickelte er erst seit den späten 1830er Jahren (Sauerbrey, 2013). Sie wurde in der Folge zum Bestandteil der pädagogischen Konzeption des Kindergartens. Ihr zentrales Element ist bis heute die Spielpflege, d.h. das durch den Erwachsenen begleitete Kinderspiel (Heiland, 1998). Entgegen zahlreicher Berichte vom Freispiel in Fröbels Pädagogik verwendete dieser den Begriff in einer solchen Formulierung nicht. Eine solche Ausprägung des pädagogischen Handlungskonzepts ist vielmehr auf die Rezeption Fröbels in der Reformpädagogik zurückzuführen, die jedoch im Vergleich zu den originalen Quellen nicht ‚authentisch’ war. Das Kinderspiel fand bei Fröbel immer in der Spannung von ‚Freiheit’ und ‚Gesetz’ statt (ebd.). Allerdings wurde das Spiel nach seiner Idee vorrangig ‚nachgehend’ und nur selten ‚vorschreibend’ begleitet. Es ist gleichwohl durch die von der pädagogischen Fachkraft zu treffende Auswahl der Spielmittel (bei Fröbel das System der Spiel- und Beschäftigungsmittel) und durch ihre Begleitung angeleitet. Die von Fröbel selbst konstruierten Spielgaben zielen dabei ab auf Didaktik, genauer auf die Vermittlung und Aneignung u.a. mathematischer, lebenspraktischer und ästhetischer Bildungsinhalte. Fröbel wählte dabei möglichst einfache, universelle Formen für seine Spielmittel, die in elementare, Lebens- und Schönheitsformen sowie in körper-, flächen-, linien- und punktartige Elemente unterteilt wurden. Die körperartigen Spielgaben bestehen aus den Elementarformen Kugel, Walze und Würfel. Die Elementarisierung in der Fröbel-Pädagogik wird auch an der Bedeutung von Farbe, Zahl und Wort deutlich, die Fröbel mehrfach hervorhob. Seine Schulpädagogik greift auf diese Elementarisierung zurück, sie ist jedoch heute vor allem eine Grundschulpädagogik. Bestrebungen zu einer bundesweit einheitlichen Ausbildung im Bereich der Fröbel-Pädagogik blieben bislang erfolglos.

Literatur

Heiland, H. (1993): Die Schulpädagogik Friedrich Fröbels. Hildesheim/New York.

Heiland, H. (1998): Die Spielpädagogik Friedrich Fröbels. Hildesheim/New York.

Sauerbrey, U. (2013): Zur Spielpädagogik Friedrich Fröbels. Eine systematische Analyse des Verhältnisses von Aneignung und Vermittlung im Kinderspiel anhand spielpädagogisch relevanter Briefe. Würzburg.

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