Abschnitt: Professionelle Herausforderungen → Heterogenität im Kindesalter
 

Der Gender-Begriff im Kita-Alltag

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Der Begriff Gender signalisiert, dass die Geschlechtszugehörigkeit sozial bestimmt ist. Der deutsche Begriff Geschlecht drückt dies weniger gut aus, da er sowohl für die biologische Bestimmung wie für das „soziale Geschlecht“ verwendet wird. Für die Entwicklung von Kindern ist jedoch wichtiger, was ihnen als Mädchen bzw. als Jungen erlaubt und ermöglicht wird. Das wird durch soziale Interaktionen – durch doing gender – bestimmt.

Obwohl die Kennzeichnung neugeborener Kinder als Mädchen oder Jungen, z.B. im Krankenhaus, durch blaue oder rosa Armbändchen erfolgt, heißt das nicht, dass Kinder sich biologisch vorbestimmt entwickeln würden. Gender ist vielmehr eine soziale Konstruktion. Kinder müssen lernen, sich als „richtiges Mädchen“ oder „richtiger Junge“ zu verhalten. Als Baby muss man das nicht wissen, will man jedoch kein Baby mehr sein, dann erwarten (nicht nur) die peers, sich „geschlechtsadäquat“ – d.h. im Rahmen der akzeptierten Grenzen – zu verhalten. Diese Lernprozesse werden vor allem über soziale Interaktionen vermittelt. Für pädagogisches Handeln ist es insofern entscheidend, diese Grenzen möglichst weit zu ziehen und Einengungen auf Grund des Geschlechts zu vermeiden.

Ergänzende Arbeitshilfe

Konzeptionsentwicklung: Reflexionsfragen zu Gender

Die Kindertageseinrichtung als wichtige Sozialisationsinstanz kann das Entwicklungsthema „Gender“ verengen oder Mädchen und Jungen vielfältige Zugänge zum Mädchen-sein, Junge-sein, Frau-werden, Mann-werden anbieten. Mithilfe der Reflexionsfragen prüfen Sie Ihren eigenen Zugang zu diesem wichtigen Thema. Dokument herunterladen

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