Abschnitt: Institutionelle Zusammenarbeit → Frühe Hilfen, Prävention und Kindeswohl
 

Frühe Hilfen für Kinder und Familien: Was Sie darüber wissen sollten

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Im Jahre 2007 wurde auf der Basis der internationalen Erfahrungen vom Bundesfamilienministerium das Projekt „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ ins Leben gerufen, das seit 2010 vom „Nationalen Zentrum Frühe Hilfen“ federführend weiterentwickelt wird. Das Ziel der Modellvorhaben ist die Entwicklung, Evaluation und flächendeckende Implementierung von frühen Unterstützungssystemen zur Förderung der sicheren Bindung und seelischen Gesundheit von Säuglingen und Kleinkindern und zur Prävention von Kindeswohlgefährdungen in Deutschland.

Der wissenschaftliche Beirat des „Nationalen Zentrums Frühe Hilfen“ hat 2009 eine Definition von „Frühen Hilfen“ verabschiedet, die die Art und die Ziele dieser Unterstützungsangebote zusammenfasst: „Frühe Hilfen bilden lokale und regionale Unterstützungssysteme mit koordinierten Hilfsangeboten für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren mit einem Schwerpunkt auf der Altersgruppe der 0- bis 3-Jährigen. Sie zielen darauf ab, Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern und Eltern in Familie und Gesellschaft frühzeitig und nachhaltig zu verbessern. Neben alltagspraktischer Unterstützung wollen Frühe Hilfe insbesondere einen Beitrag zur Förderung der Beziehungs- und Erziehungskompetenz von (werdenden) Müttern und Vätern leisten. Damit tragen sie maßgeblich zum gesunden Aufwachsen von Kindern bei und sichern deren Recht auf Schutz, Förderung und Teilhabe.“ (www.fruehehilfen.de/fruehe-hilfen/was-sind-fruehe-hilfen/)

Mittlerweile ist ein weitgehend flächendeckendes Netz von Einrichtungen der Frühen Hilfen in Deutschland etabliert. Der Begriff der Frühen Hilfen ist seit 2012 auch im Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG) im gesetzlichen Kontext erwähnt. Es geht um niedrigschwellig zugängliche, offene Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien mit sehr jungen Kindern in Lebenslagen, die von sozialen Risiken gekennzeichnet sind. Trotz gemeinsamer Zielsetzung unterscheiden sich die Präventionsprojekte der „Frühen Hilfen“ allerdings regional in der theoretischen Fundierung, den Kernkomponenten der Intervention, in der Auswahl und Fortbildung der Fachkräfte sowie in organisatorischen Merkmalen des Angebots und seiner Vernetzung. Exemplarisch sollen drei Projekte – „STEEP“, „Pro Kind“ und „Keiner fällt durchs Netz“ – kurz vorgestellt werden.

Tipp

Im Internet stehen zahlreiche Publikationen, Tagungsdokumentationen und Materialien für Fachkräfte der Frühen Hilfen zur Verfügung, die in der Arbeit mit sozial benachteiligten Familien eingesetzt werden können. Dort finden pädagogische Fachkräfte aus Krippe, Kindergarten und Hort vielfältige Informationen über die Ziele, die Arbeitsweise, Netzwerke und Wirksamkeitsstudien zu Projekten der Frühen Hilfen sowie unter dem Stichwort NEST-Material nützliche Materialien für die Praxis. (http://www.fruehehilfen.de).

Ergänzende Arbeitshilfen

Merkblatt: Netzwerkarbeit Frühe Hilfen

Hier erfahren Sie, was die Netzwerkarbeit im Bereich der Frühen Hilfen ausmacht. Welche Qualitätsmerkmale gibt es? Welchen Nutzen hat sie? Und wie kann das Netzwerken möglichst wirksam gestaltet und umgesetzt werden, damit die Familien und Eltern optimal beim Umgang mit den Kleinkindern unterstützt werden können und auch die Anlaufstellen kennen. Dokument herunterladen

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