Abschnitt: Bildungsbereiche → Medienbildung
 

Das müssen Sie über Medienbildung wissen

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© Stanisic Vladimir / Adobe Stock

Der Begriff Medienbildung erschöpft sich nicht in der Vermittlung von Medienkompetenz, sondern umfasst weit mehr als die reine Vermittlung von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Der Begriff bezieht sich auf die mediale Gestaltung des Alltags, aber auch auf die Anforderung an Kommunikationsfähigkeiten, die medienvermittelt an die Menschen gestellt werden, sowie kulturelle Aspekte (Spanhel, 2006).

Mit Bezug auf Dieter Spanhel (2006) bezeichnet der Begriff der Medienbildung im engeren Sinne einen Aspekt der Persönlichkeitsbildung. Medienerziehung „ist zu verstehen als Prozess und als Ergebnis des Prozesses der Vermittlung von Welt und Selbst durch Medien. Medienbildung ist ein Prozess, in dem der Heranwachsende und der Erwachsene sein ganzes Leben hindurch eine kritische Distanz zu den Medien und ihren Weiterentwicklungen aufbaut und eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien und im Umgang mit ihnen einnimmt. In diesem Kontext wird dann Medienkompetenz zusammen mit anderen Kompetenzen (z.B. Sozial-, Fach- oder Selbstkompetenz) zu einer wesentlichen Voraussetzung für Persönlichkeitsbildung. Wesentlich deshalb, weil ohne Medienkompetenz überhaupt keine Bildung möglich ist, weil alle Bildung auf dem repräsentationalen Denken, also auf dem Zeichengebrauch beruht. In diesem Sinne müsste Medienbildung als Teil der Allgemeinbildung gesehen werden“ (Spanhel, 2006).

Medienerziehung bezieht sich auf Prozesse der Mediensozialisation. Medienerziehung verfolgt das Ziel, in Bezug auf die Bedingungen der heutigen Mediengesellschaft einen optimalen Entwicklungsprozess bei Heranwachsenden zu fördern. Unter Berücksichtigung allgemein gültiger, anerkannter Ziele, Werte, Normen und Präferenzordnungen von Erziehung beurteilt die Medienerziehung die Prozesse der Mediensozialisation. Sie interveniert dort, wo Mediensozialisation problematisch verläuft oder misslingt, d.h. wo

  • die erwünschten oder erforderlichen Medienkompetenzen nicht aufgebaut werden

  • Chancen durch Medien für die Persönlichkeitsentwicklung nicht genutzt werden

  • durch Medienangebote ausgelöste Beeinträchtigungen oder Gefährdungen der Entwicklung resultieren können

Folglich liegen die Aufgaben der Medienerziehung in der Prävention und Überwindung bestimmter Problemlagen der Mediensozialisation. Damit muss sich medienpädagogisches Handeln an medienerzieherischen Zielen orientieren, welche sich aus den Anforderungen an Medienkompetenz herleiten lassen. Diese lassen sich im Begriff der Medienbildung zusammenfassen (Spanhel, 2006).

Medienkompetenz bezeichnet die Fähigkeit, sich Medien auf Basis strukturierten zusammenschauenden Wissens und einer ethisch fundierten Bewertung der medialen Erscheinungsformen und Inhalte anzueignen. In den letzten Jahren war unter den Vertreter/innen der Erziehungswissenschaft die Tendenz zu verzeichnen, den Begriff „Medienkompetenz“ durch den der „Medienbildung“ zu ersetzen, weil nach deren Ansicht beide Begriffe gegensätzlich zueinander stehen. Inwieweit das gerechtfertigt erscheint, wird gegenwärtig anhand einschlägiger Werke der Medienpädagogik untersucht (Schorb, 2009).

Literatur

Schorb, Bernd (2009): merz. Medien + Erziehung. Zeitschrift für Medienpädagogik. Gebildet und kompetent. Medienbildung statt Medienkompetenz? (53. Jahrgang, Nr. 5 Oktober 2009, S. 50-56).

Spanhel Dieter (2006): Handbuch Medienpädagogik. Medienerziehung (Band 3). Stuttgart.

Ergänzende Arbeitshilfen

Informationsblatt: Mediensozialisation

Dieses Informationsblatt hebt die Bedeutung und den Einfluss verschiedener Medien für das Kindesalter hervor und gibt eine Antwort auf die Frage: Wie implementiere ich die Nutzung digitaler Medien im Kita-Alltag? Dokument herunterladen

Mind-Map: Einflussfaktoren auf die kindliche Mediennutzung

Diese Mind-Map zeigt mögliche Einflussfaktoren auf die Häufigkeit und Art der kindlichen Mediennutzung. So wissen Sie, was auf die Mediennutzung bei Kindern einwirkt und können in der Kita dementsprechend reagieren. Dokument herunterladen

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