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Darum ist die reflektierte Mediennutzung so wichtig

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Medienerziehung meint pädagogisches Handeln, d.h. die planvolle und zielgerichtete Einwirkung einer/s Erziehenden auf eine/n Zu-Erziehenden, welches zur kritisch reflexiven Aneignung der Medien anleiten soll. Daraus ergibt sich die Anforderung an Medienerziehung, dem bzw. der Heranwachsenden, Hilfestellung zu geben, aus der Überfülle an Medienangeboten sinnvoll und verantwortungsbewusst auszuwählen. In aktuellen Konzepten wird der Begriff Erziehung i.S. der Anregung und Unterstützung eines selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Handelns verstanden. So zielt auch medienerzieherisches Handeln darauf ab, Individuen zu befähigen, Medien als Mittel und Mittler selbstbestimmter Ziele zu nutzen. Nach Gerhard Tulodziecki (1981) umfasst die Aufgabe der Medienerziehung insbesondere die Vermittlung von Medienkompetenz, d.h. die Verarbeitung emotionaler Medienwirkungen, sinnvolle Nutzung vorhandener Medienangebote, Erfahrungen alternativer Handlungsmöglichkeiten zum Medienkonsum sowie die Entwicklung eines intellektuellen, sozialen und moralischen Urteilsniveaus im Umgang mit Medien (Hüther/Schorb/Brehm-Klotz, 1990).

Je nach Autor/in und Kontext werden unter Medienerziehung auch die Wissensvermittlung sowie die Verwendung von Medien zu erzieherischen Zwecken verstanden. Deshalb wird Medienerziehung von manchen Autoren bzw. Autorinnen auch synonym für Medienpädagogik verwendet.

Medienerziehung ist auf die gleichen Wurzeln mit dem Begriff der Medienkunde zurückzuführen. Etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich die Massenmedien. Im Zuge der Industrialisierung erhielt nicht mehr nur eine privilegierte Minderheit Zugang zu den Schrift- und dann auch auditiven und visuellen Medien. Die zu Beginn eher trivialen Inhalte der Massenliteratur fanden großen Zuspruch der allgemeinen Bevölkerung. Dies führte zur Befürchtung, es könne zu einer negativen Beeinflussung von Normen und Werten führen. Damit einhergehend entstand die Idee der Medienerziehung, anfangs Filmerziehung, mit dem Ziel, auf mögliche Gefahren, welche vom Kino her drohen, aufmerksam zu machen und die Jugend vor diesen zu schützen.

Die einseitige Orientierung an der Medienprävention hat sich global zu einem umfassenden Aufgabenbereich hin entwickelt, welcher sich heute als reflektierter Mediengebrauch umschreiben lässt. Aufgrund der Tatsache, dass Medien als Informations- und Kommunikationstechniken den Produktions- und Reproduktionsbereich umgestalten, ist ein reflektierter Mediengebrauch unabdinglich. Desweiteren ist die Sozialisation durch Medien für Kinder und Jugendliche von zunehmender Bedeutung (Hüther/Schorb/Brehm-Klotz, 1990).

Literatur

Hüther, Jürgen/Schorb, Bernd/Brehm-Klotz, Christiane (1990): Grundbegriffe der Medienpädagogik. Wörterbuch für Studium und Praxis (2. Aufl.). Ehningen bei Böblingen.

Tulodziecki, Gerhard (1981): Einführung in die Medienforschung. Studientexte. Köln.

Ergänzende Arbeitshilfen

Informationsblatt: Mediensozialisation

Dieses Informationsblatt hebt die Bedeutung und den Einfluss verschiedener Medien für das Kindesalter hervor und gibt eine Antwort auf die Frage: Wie implementiere ich die Nutzung digitaler Medien im Kita-Alltag? Dokument herunterladen

Mind-Map: Einflussfaktoren auf die kindliche Mediennutzung

Diese Mind-Map zeigt mögliche Einflussfaktoren auf die Häufigkeit und Art der kindlichen Mediennutzung. So wissen Sie, was auf die Mediennutzung bei Kindern einwirkt und können in der Kita dementsprechend reagieren. Dokument herunterladen

Notwendigkeiten der Medienerziehung

In dieser Liste lernen Sie die Gründe kennen, warum es wichtig ist, Medienerziehung in der Kita zu etablieren. Dokument herunterladen

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