Abschnitt: Strategisches Management für Kitas → Stakeholder-Management
 

Weshalb Stakeholder-Management über den Erfolg Ihrer Kita entscheidet

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© magele-picture / Adobe Stock

Die Beobachtung des Umfeldes ist »gerade im hoch dynamischen Bereich der Frühen Bildung von besonderer Bedeutung« (Strehmel/Ulber, 2014). Der Facettenreichtum der Stakeholder nimmt nahezu täglich zu und es bedarf eines guten Stakeholder-Managements, um den Blick auf die wesentlichen und bedeutenden Stakeholder sowie deren Stakes nicht zu verlieren.

Wie eingangs bereits deutlich wurde, sind diese breit gefächert und erst durch die nähere Auseinandersetzung mit den (möglichen) Stakeholdern und den Stakes wird deren Nähe zur Einrichtung und deren Bedeutung für diese deutlich. Im Zuge dessen gilt es, dem Wandel der Stakes und der Stakeholder besondere Aufmerksamkeit zu schenken und diese in regelmäßigen Abständen kritisch zu prüfen. Nichts wäre fataler, als im Verlauf eines Projektes die Veränderung der Stakes oder der Stakeholder zu spät zu erkennen und schlimmstenfalls nicht mehr adäquat reagieren zu können und damit wertvolle Zeit und Geld zu verlieren oder gar ein ganzes Projekt.

Die deutsche Gesellschaft für Projektmanagement ergänzte den achtsamen Umgang mit den Stakeholdern und ihren Anforderungen an das Projekt bzw. an die Kindertagesstätte um die Unterscheidung in die »normativ-ethische« Ausrichtung des Stakeholder-Managements vs. der Gleichbehandlung aller Stakeholder und deren Interessen. Unter einer normativ-ethischen Ausrichtung ist die Tatsache zu verstehen, ob das Unternehmen, in diesem Falle die Kindertagesstätte, die unterschiedlichen Stakes der jeweiligen Stakeholder unter Aspekten der moralischen Verpflichtung unterschiedlich behandeln bzw. diesen in unterschiedlicher Form nachkommen kann. Wohingegen im Rahmen der Gleichbehandlung aller Anspruchsgruppen die Gewichtung der Anliegen der jeweiligen Stakeholder entfällt und alle am Projekt beteiligten Parteien »mit gleichem Gewicht« in die Waagschale geworfen werden (Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V., 2015).

Der Begriff des Stakeholder-Managements ist kein »klassischer« Begriff der Sozialwissenschaften, dennoch ist er präsenter denn je und nahezu unumgänglich. Für die Leitung einer Kindertagesstätte ist es nahezu unverzichtbar, fortlaufend »Augen und Ohren offenzuhalten«, um Stakeholder, deren Stakes und mögliche Veränderungen in deren Haltung und Ausrichtung frühzeitig in Erfahrung zu bringen, um ein Projekt nicht zu gefährden. Die klingt zunächst nach akribischer Detektivarbeit mit geheimen Agentinnen und Agenten sowie Auftraggebenden; um es salopp zu formulieren, dem ist nicht so. Als Leitung einer Kindertagesstätte ist es von großer Bedeutung, die allgemeinen Rahmenbedingungen für ihre Kita im Blick zu haben und deren Auswirkungen auf die Arbeit in der Einrichtung. Hierzu zählen beispielsweise und je nach Projekt, welches gerade umgesetzt wird, bzw. geplant wird:

  • Der Arbeitsmarkt: ist der Personalschlüssel der Kita adäquat mit Fachkräften besetzt oder gibt es hier mit Blick auf kommende Projekte wie beispielsweise eine Gruppenerweiterung Stakeholder und deren Anforderungen, sprich neue mögliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die es im Blick zu halten gilt?

  • Die politische Situation in der die Kita »beheimatet« ist: welche Gruppen und Oppositionen sind der Kindertagesstätte in welcher Form zugewandt, ergänzt um die Frage ob in naher Zukunft politische Veränderungen, wie beispielsweise Neuwahlen, anstehen.

  • Die Arbeitgebenden Ihrer Elternschaft: schließt beispielsweise ein Großkonzern seine Tore oder eröffnet eine Betriebskita im Einzugsgebiet ihrer Kindertagesstätte, sind dies wichtige Stakeholder, die es bei vielfältigen Projekten in ihrer Einrichtung zu beachten gilt.

  • Die »Wissenschaft« und die Forschung: gibt es neue Erkenntnisse, welche Einfluss auf die bisherige Ausgestaltung ihrer Projekte bzw. noch geplanter Projekte haben können und entsprechend eine Veränderung des Projektverlaufs erfordern?

  • Sie selbst, als Leitung der Kindertagesstätte, als Mensch »mittendrin« und Bindeglied zwischen allen Beteiligten: durch ihren aktiven Austausch mit den Stakeholdern, intern sowie extern, erhalten Sie ein gutes Gespür für deren Stakes und ggf. zu revidierende Aspekte im Rahmen des Projektes.

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (2015): Stakeholdermanagement – Studie zu Art und Umfang der Umsetzung in deutschen Unternehmen und Projektgruppen, Nürnberg.

Strehmel, P./ Ulber, D. (2014): Leitung von Kindertageseinrichtungen, Henrich Druck + Medien, Frankfurt a.M.

Ergänzende Arbeitshilfen

Beispiel Stakeholder-Analyse

Ein Beispiel für eine Stakeholder-Analyse zum Thema Anschaffung eines neuen Außenspielgerätes. Dokument herunterladen

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