Abschnitt: Strategisches Management für Kitas → Öffentlichkeitsarbeit
 

So nutzen Sie Facebook und Co. für die Öffentlichkeitsarbeit

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Die Zahlen zur Nutzung Sozialer Medien sind mittlerweile beachtlich. Dialogorientierte Internetangebote erfreuen sich insbesondere bei jüngeren Zielgruppen einer dramatisch wachsenden Beliebtheit. Ziel und gleichzeitig Faszination der neuen Medien ist die Möglichkeit, über das Internet nahezu in Echtzeit Informationen auszutauschen und gleichzeitig eine Dynamik zu erzeugen, in welcher täglich neue Themen gesetzt werden können.

Social-Web-Anwendungen können in verschiedene Typen unterschieden werden:

  • Wikis (hier werden gemeinsame Texte bzw. Inhalte hergestellt),

  • Blogs (Tagebücher oder ähnliche Einträge von Einzelpersonen, verbunden mit meist aktuellen Thematiken),

  • Mikro-Blogs (sehr komprimierte Blogs mit wenig Zeichenumfang, meist auf zentralen Plattformen wie Twitter publiziert),

  • Social Sharing (Austausch digitaler Inhalte auf einer zentralen Plattform, beispielsweise You Tube),

  • Social Network (Konzipierung, Erstellung und Pflege von Sozialen Netzwerken im Internet, beispielsweise Facebook).

Aus Platzgründen soll nicht auf alle Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit über webbasierte Anwendungen eingegangen werden. Es wird sich auf Hinweise auf die Potenziale Sozialer Netzwerke wie Facebook konzentriert, da mit diesem Instrument vergleichsweise ressourcenschonend und schnell eine Kommunikation mit diversen Zielgruppen erreicht werden kann. Aktuell geht die Statistik davon aus, dass weltweit rd. 2,07 Milliarden Menschen Facebook monatlich aktiv nutzen, davon ca. 30 Millionen in Deutschland (statista.com). Eltern und jüngere Fachkräfte gehören einer überdurchschnittlich internetaffinen Altersgruppe an, die für die Nutzung Sozialer Netzwerke wie Facebook besonders aufgeschlossen ist.

Durch ein attraktives »Posting« (Mitteilung/Beitrag) können auch Kitas rasch ihre Inhalte über Social Media an interessierte Nutzer/innen übermitteln. Themen, die sich dafür eigenen, gibt es in einer großen Zahl.

Im Folgenden sind Beispiele aus der aktuellen Praxis von Kitas aufgelistet, die bei Facebook vertreten sind:

  • Aktuelles

  • Veranstaltungsankündigungen

  • Laufende pädagogische Projekte – Impressionen

  • Beispiele für Basteln und kreative Ideen in der Kita

  • Fragen und Antworten rund um die Erziehung

  • Tipps zur Gesundheit

  • Impulse für Eltern, z.B. »Anregende Zeit mit der Familie verbringen«

  • Kommentare zu aktuellen gesellschaftlichen und sozialpolitischen Entwicklungen

  • Nachrichten aus der Welt der Pädagogik

  • Lustiges rund um Weihnachten, Fasching, Jahrestagen etc.

  • Impressionen von besonderen Aktionen, Ausflügen etc.

  • Kitas in aller Welt

  • Tauschmärkte

  • Kita-Newsgroup

Tabelle 1: Beispiele für Kita-Themen bei Facebook (eigene Darstellung)

Beim Erstellen von Posts in sozialen Medien sind ebenso wie bei der Gestaltung einer Website einige gesetzliche Regelungen, so zum Daten- und Personenschutz, zu beachten. Inhaltlich ist im Bereich der Social Media hervorzuheben, dass die Mitteilungen, Nachrichten bzw. Beiträge sehr kurz gehalten werden müssen, um wahrgenommen zu werden. Viele Posts in Facebook überschreiten nicht die Grenze von drei Zeilen. Zur Erlangung von Aufmerksamkeit sollten neben einer geschickten Überschrift vor allem audiovisuelle Elemente genutzt werden.

Als Randnotiz sei noch angefügt, dass die Entwicklung von Applikationen für Smartphones und Tablets auch vor dem Sektor der Elementar- und Hortpädagogik nicht halt macht. Gerade befindet sich eine »Kita-App« in einer Katholischen Einrichtung im Saarland in der praktischen Erprobung (kita-app.info). Öffentlichkeitswirksam hat darüber die Saarbrücker Zeitung im Juni 2016 auf einer Sonderseite berichtet.

Events

Unter Events werden Veranstaltungen verstanden, mit welchen sich eine Organisation in ihrer »Persönlichkeit« gegenüber bestimmten Zielgruppen positiv darstellt. In der PR-Lehre spricht man von einer »erlebnisorientierten Inszenierung von firmen- oder produktbezogenen Ereignissen« (Kuß/Kleinaltenkamp, 2016).

Auch eine Kita kann über Events gezielt Öffentlichkeitsarbeit betreiben und ihr Image pflegen. In der folgenden Tabelle sind diesbezügliche Ansätze aufgelistet:

  • Tag der offenen Tür

  • Frühlings-, Sommer-, Herbstfest

  • Jubiläumsfest

  • Weihnachtsmarkt

  • Ausstellungen

  • Auftritte von Künstlerinnen und Künstlern

  • Start von Aktionen im Stadtteil

  • Flohmarkt

  • Basar

  • Versteigerungen für einen guten Zweck

  • Teilnahme an Straßenfesten

  • Gemeinsame Ausflüge mit den Familien

  • Informationsveranstaltungen für Eltern zu aktuellen Erziehungsthemen oder einschlägigen gesetzlichen Veränderungen rund um die Familie

  • Spendertreffen

  • Sponsorentreffen

Tabelle 2: Gezielte Öffentlichkeitsarbeit durch Events (eigene Darstellung)

Wichtige Events müssen terminlich und inhaltlich gut vorbereitet werden. Eine Ablaufplanung inklusive der Verantwortlichkeiten für einzelne Elemente sollte so frühzeitig und detailliert als möglich erstellt sein. Eine umsichtige Vorgehensweise berücksichtigt auch »Murphy’s Law« (»Was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen«) und hält für besonders relevante Bestandteile des Events einen »Plan B« vor.

Maßnahmen zur Ankündigung einer Veranstaltung beginnen bereits weiter im Vorfeld, beispielsweise durch Flyer und andere Veranstaltungshinweise. Bestimmte Personen oder Gruppen sollten persönlich eingeladen werden. Idealerweise gelingt es der Kita auch, dass Journalistinnen und Journalisten aus dem lokalen oder regionalen Bereich dem Event einen Besuch abstatten. Eine Nachbereitung sollte durch eine Meldung an lokale oder regionale Medien mit gut aufbereiteten Informationen, Fotos etc. erfolgen.

Herbst (2007) verweist auf drei zentrale Eigenschaften erfolgreicher Events:

  • Emotionalität – Events appellieren an Erlebniswerte. Events sollen auch die emotionale Ebene des Wahrnehmens ansprechen. Souvenirs wie mit dem Logo bedruckte Luftballons, Kalender, Anstecknadeln, Leinentaschen, Schreibblöcke und Stifte etc. können verteilt werden.

  • Interaktivität – Teilnehmerinnen und Teilnehmer können untereinander sowie mit Repräsentantinnen bzw. Repräsentanten der Organisation in einen Austausch kommen, gegebenenfalls sogar aktiv am Event mitwirken.

  • Einzigartigkeit – jedes Event ist für sich genommen ein Unikat. Entsprechende Veranstaltungen sollen in Erinnerung bleiben. Die Höhepunkte und schönsten Bilder eines Events eignen sich auch für eine Dokumentation auf der Website und in Sozialen Netzwerken.

Literatur

Herbst, D. (2007): Public Relations. Konzeption und Organisation, Instrumente, Kommunikation mit wichtigen Bezugsgruppen. 3. völlig überarbeitete Auflage. Cornelsen, Berlin.

kita-app.info

Kuß, A./Kleinaltenkamp, M. (2016): Marketing – Einführung. 5. Auflage, Gabler, Wiesbaden.

statista.com/statistik/daten/studie/37545/umfrage/anzahl-der-aktiven-nutzer-von-facebook/

Ergänzende Arbeitshilfen

Muster: Einwilligung zur Verwendung von Fotos

Mustervorlage zur Einholung einer Einwilligung zur Veröffentlichung und Verbreitung von Bildnissen. Diese Vorlage kann die Leitung den Eltern mitgeben und unterzeichnen lassen, damit sie Fotos aus dem Kitaalltag auf der Website verwenden darf. Dokument herunterladen

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