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Sozialgesetzbuch VIII: Was Sie für Ihren Berufsalltag wissen müssen

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Die Kinder- und Jugendhilfe soll das Recht des Kindes auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit verwirklichen (§ 1 Abs. 3 SGB VIII), indem sie

  1. 1.

    junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördert und dazu beiträgt, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen,

  2. 2.

    Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Erziehung berät und unterstützt,

  3. 3.

    Kinder und Jugendliche vor Gefahren für ihr Wohl schützt (§§ 8a und 8b SGB VIII und Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz – KKG), und

  4. 4.

    zu positiven Lebensbedingungen und eine kinder- und familienfreundliche Umwelt (§ 1 Abs. 3 SGB VIII) beiträgt.

Dazu berufen sind einerseits die Träger der öffentlichen Jugendhilfe mit den Jugendämtern sowie andererseits die Träger der freien Jugendhilfe mit unterschiedlichen Wertorientierungen, Inhalten, Methoden und Arbeitsformen (§ 3 Abs. 1 SGB VIII).

Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe werden einerseits durch die Jugendämter der Städte oder Landkreise erbracht und andererseits durch Träger der freien Jugendhilfe wie Initiativen, Vereine oder Stiftungen. Gewollt ist eine vielfältige Trägerlandschaft, in der unterschiedliche Wertorientierungen und vielfältige Inhalte, Methoden und Arbeitsformen angeboten werden (§ 3 Abs. 1 SGB VIII).

Die Leitbilder der Kinder- und Jugendhilfe sind vor allem

  1. 1.

    (Träger-)Pluralität (§ 3 Abs. 1 SGB VIII),

  2. 2.

    partnerschaftliche Zusammenarbeit (§ 4 Abs. 1 SGB VIII),

  3. 3.

    Beteiligung der Kinder und Jugendlichen (§ 8 Abs. 1 SGB VIII) und

  4. 4.

    Beachtung kultureller Bedürfnisse und Eigenarten (§ 9 SGB VIII).

Die Personensorgeberechtigten bestimmen die Grundrichtung der Erziehung (auch der religiösen, § 9 SGB Nr. 1 VIII). Die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen sind zu berücksichtigen, Benachteiligungen sind abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen ist zu fördern (§ 9 SGB Nr. 3 VIII). »Die Ansprüche auf einen Kindergartenplatz nach § 24 SGB VIII richten sich gegen den örtlichen Träger der öffentlichen Jugendhilfe nach § 3 Abs. 1 SGB VIII. Zusätzlich dazu gibt es auch einen kommunalrechtlichen Benutzungsanspruch gegen die Kommune, der allerdings durch die vorhandenen Kapazitäten beschränkt ist.1«

Ergänzende Arbeitshilfen

Aufbau des SGB VIII

Mit dieser Arbeitshilfe erhalten Sie einen Überblick über den Aufbau des SGB VIII. Welche Kapitel sind für mich als Leitung die bedeutendsten? Dokument herunterladen

VG Potsdam, Beschlüsse. v. 27.04.2018 – 7 L 296/18 und 13.06.2018 – 7 L 423/18, Entscheidungsdatenbank Berlin-Brandenburg.


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